Gemeinsam die Versorgung verbessern: Regionale Zusammenarbeit in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge

Hintergrund und Ziele

Jedes Jahr erleiden ca. 11.000 Menschen aus Schleswig-Holstein einen Schlaganfall, ca. 55.000 Stroke Survivors leben in Schleswig-Holstein. Die Akutversorgung von Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall und die sich anschließende stationäre Rehabilitation haben in Deutschland einen hohen Standard erreicht. Nach Entlassung aus der Reha erwartet die Patientinnen und Patienten jedoch eine unübersichtliche Versorgungslandschaft. Ob und wie viel Unterstützung sie bekommen, ist von vielen Faktoren abhängig. Die regionalen Unterschiede sind groß, sodass Initiativen zur Verbesserung der Schlaganfall-Nachsorge auf diese regionalen Besonderheiten abgestimmt sein müssen.

Ziel des Vorhabens ist eine Verbesserung der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge durch Stärkung der regionalen Zusammenarbeit mittels Etablierung von Nachsorge-Netzen und Initiierung von regionalen Projekten. Mögliche Beispiele sind eine Verbesserung des Entlassungsmanagements aus der Reha, regionale Fallkonferenzen, gegenseitige Hospitationen und Fortbildung sowie standardisierte Einbindung der Selbsthilfe in das ambulante Therapiekonzept.

Langfristig sollen diese regionalen Nachsorge-Netze nach Auslauf des Projekts selbständig weiterarbeiten, über die gewachsenen Strukturen aber auch auf Landesebene einen Austausch pflegen und gemeinsam mit dem Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein und dem Institut für Allgemeinmedizin weitere innovative Forschungs- und Versorgungsprojekte befördern.

Als Nebeneffekt der avisierten Nachsorge-Netz-Struktur wird eine Verbesserung der regionalen Versorgung von Menschen mit körperlichen Behinderungen generell erwartet.

 

Methode und Durchführung

1.       Zusammenstellung Moderatorenteam: Für die Etablierung der Nachsorge-Netze wird ein Moderatorenteam zusammengestellt, das im Kern aus zwei Patienten-/Angehörigenexperten (Mitglieder des Schlaganfall-Rings Schleswig-Holstein) und einem Moderator/  Wissenschaftler (Mitarbeiter/-in des Instituts für Allgemeinmedizin, CAU zu Kiel) besteht. 

2.       Rekrutierung von Teilnehmenden: Dieses Team spricht potenzielle Akteure der Nachsorge-Netze in verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein an. Das können neben den medizinischen Berufsgruppen und Organisationen z.B. auch Vertreter der Kirchen oder der Kommunen sein.

3.       Auftaktveranstaltung: Alle identifizierten Berufsgruppen und Organisationen, die in die ambulante Nachsorge von Schlaganfallpatienten lokal eingebunden sind, werden zu einer Auftaktveranstaltung vor Ort eingeladen. Ziel der Auftaktveranstaltung ist, den Überblick zu vertiefen und eine erste Priorisierung der anzugehenden Probleme vorzunehmen. 

4.       Unterstützung bei der Projektarbeit: Jedem Nachsorge-Netz wird als Initiierungsphase die Moderation von 6 Veranstaltungen angeboten. Am Ende einer jeden Veranstaltung werden Aufgaben definiert, die bis zum nächsten Treffen zu erledigen sind. Diese Aufgaben dienen der Konzeption eines ersten bzw. mehrerer Nachsorge-Netz-Projekte. Zwischen den Veranstaltungen unterstützen die Moderatoren das Nachsorge-Netz organisatorisch und methodisch. Nach dieser Anfangsphase von sechs Veranstaltungen vereinbaren das Nachsorge-Netz und das Moderatorenteam die Art und Weise der benötigten weiteren Unterstützung. Ein jährliches Treffen zwischen Nachsorge-Netz und Moderatorenteam wird angestrebt. Einmal jährlich findet zusätzlich eine überregionale Fortbildungs- und Informationsveranstaltung für alle Nachsorge-Netze statt. 

 

Förderung und Laufzeit

Das Projekt „Gemeinsam die Versorgung verbessern: Regionale Zusammenarbeit in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge“ wird seit dem 01.05.2017 vom Institut für Allgemeinmedizin gemeinsam mit dem Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein durchgeführt und läuft bis zum 30.04.2020. Es wird von der Damp-Stiftung gefördert. 

dampstiftung

 

schlaganfallring

 

Weitere Beteiligte sind die Ärztekammer Schleswig-Holstein, die Techniker Krankenkasse und die Schleswig-Holsteinischen Sparkassen.

 

Projektbeteiligte und Ansprechpartner

-     Prof. Dr. med. Hanna Kaduszkiewicz, Institut für Allgemeinmedizin

-     Janine Becker, M.A.; Institut für Allgemeinmedizin

-     Jürgen Langemeyer, Schlaganfall-Ring Schleswig-Holstein e.V.

-     Stefanie Otte, Schlaganfall-Ring Schleswig Holstein e.V.

 

Links

www.schlaganfall-ring.de

www.damp-stiftung.de